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Eure Wege – echt erzählt. Aachener Geschichten vom Unterwegssein

Elektroauto, Fahrrad oder zu Fuß: Junge Reporterinnen und Reporter zeigen spannende Geschichten rund um Mobilität in Aachen.

Die Mobilitätswende ist ein großes und oft schwer verständliches Thema. Die Veränderungen sieht man nicht nur in neuen Verkehrsmitteln. Sie zeigen sich auch in den Geschichten und dem Verhalten von Menschen. Im Rahmen der Medienwerkstatt Mobilität von Aachen, was geht?! haben Jugendliche mit Menschen aus Aachen gesprochen. Das sind Menschen, die Mobilität verändern, neu denken oder anderen dabei helfen. Schau sie an und lass Dich inspirieren!

 

Rikscha statt Rollator: Chris macht Mobilität möglich

Chris ist ein Mobilitätsermöglicher. Seit 2024 fährt er ehrenamtlich mit der Rikscha mobilitätseingeschränkte Menschen. Er bringt sie zum Arzt, zum Einkaufen oder einfach mal raus aus der Wohnung. Für viele mobilitätseingeschränkte Personen ist das der einzige Weg, am Alltag teilzuhaben.

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Schnell wird für Chris klar: Die Fahrten sind mehr als Transport. Oft entstehen Gespräche, manchmal sogar spontane Kaffee- oder Raucherpausen. Eine ältere Dame erzählt ihm, dass ein gemeinsamer Kaffee ihr Highlight nach zweieinhalb Monaten Einsamkeit war. Mobilität wird hier zum sozialen Miteinander.

Und auch für Chris selbst verändert sich etwas. Er nimmt seine Umgebung bewusster wahr. Er öffnet die Augen und denkt mehr nach – über gute Nachbarschaft, Einsamkeit und soziale Verantwortung. „Ich würde mir wünschen, dass mich später auch mal jemand mit der Rikscha zum Supermarkt fährt“, sagt er.

Chris’ Geschichte zeigt, wie Mobilitätsveränderung im Kleinen passiert – und wie viel sie für einzelne Menschen bedeuten kann.

Mehr Infos zum Rikscha-Angebot

Chris in der Rikscha

 

 

Carsharing: Vom Totalschaden zu neuer Freiheit

Manchmal beginnt die Veränderung der eigenen Mobilität ungeplant. So auch bei dem Ehepaar Monika und Horst: Früher waren die Beiden mit zwei Autos unterwegs. Heute lebt das Paar ganz ohne eigenes Auto.

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Nach ihrem Umzug von Roetgen nach Aachen merken die Beiden, dass Vieles auch ohne Auto funktioniert. Sie gehen zu Fuß, fahren mit dem Bus und der Bahn oder mit dem Fahrrad. Zunächst geben sie ein Auto ab. Als das zweite Auto dann einen Totalschaden hat, entscheiden sie sich gegen einen Ersatz.

Für das Paar bedeutet das Fehlen eines eigenen Autos keine Einschränkung. Sie erleben neue Freiheit, Unabhängigkeit und Flexibilität. „Ich bin froh, mich nicht um mein Auto kümmern zu müssen“, meint Monika. Durch Cambio Carsharing können sie verschiedene Auto-Modelle nutzen. Sie müssen sich nicht mehr um Reparaturen, Versicherung und lange Parkplatzsuchen kümmern.

Die größte Umstellung war die Gewohnheit: Fahrten müssen geplant und Autos reserviert werden. Doch diese neue Planung empfinden beide nicht als Nachteil- sie gibt ihnen Struktur. Auch finanziell hat sich der Wechsel gelohnt, denn die laufenden Autokosten fallen weg.

Monika und Horst erleben ihre Mobilität bewusster – und ihren Alltag entspannter. Ein gutes Beispiel dafür, wie kleine Veränderungen große Freiheit schaffen können.

Monika und Horst

 

 

Akku an, Sorgen aus: Auf dem elektrischen Drahtesel durch die Stadt

Leila Momen ist Steuerberaterin und leidenschaftliche Fahrradfahrerin. Die meisten ihrer Wege durch Aachen bewältigt sie auf zwei Rädern. Vor einigen Jahren hat sie sich ein E-Bike angeschafft. Zusätzlich besitzt sie ein nicht-elektrisches Mountainbike. „Ich musste mich daran gewöhnen, dass ich rechtzeitig lade“, sagt sie. Einmal hatte sie den Akku nicht ausreichend geladen, sodass ihr E-Bike unterwegs ausgegangen ist – den Rest der Strecke musste sie dann kräftig in die Pedale treten. Seitdem vergisst sie nicht mehr, den Akku zu laden.

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Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Regen erfordert Planung, der Akku muss geladen werden und auf dunklen Waldwegen fühlt Leila sich nicht immer ganz so sicher. Für größere Lasten greift sie gelegentlich aufs Auto zurück. Doch Baustellen, Staus und lästige Parkplatzsuche kann sie mit dem Fahrrad leichter vermeiden und steigt daher immer wieder gern auf den Sattel.

Auch die Bewegung schätzt Leila sehr. Für sie ist das Fahrrad nicht nur ein Fortbewegungsmittel. Es bedeutet für sie Freiheit, frische Luft und Flexibilität. Außerdem bietet das Rad ihr kleine Herausforderungen, die sie gerne annimmt.

Leila

 

 

Umzug mit dem Lastenrad? Das geht!

Das Lastenrad war schon Teil ihres Alltags, als Ulrich und Anna vor fünf Jahren ihr Auto abgeschafft haben. Für die zweifachen Eltern war die Entscheidung nicht direkt klar. Während Ulrich keine Bedenken hatte, machte Anna sich doch etwas Sorgen: „Das Auto war eine Form von Sicherheit, aber ich habe es bis heute nicht vermisst.“

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Seitdem nutzen sie das Rad und den Bus für die meisten Wege. Bei längeren Strecken greifen sie auf Carsharing zurück. Beide schätzen die Bewegung, die das Radfahren mit sich bringt. Bloß das Aachener Wetter spielt nicht immer mit. „Es ist schon komfortabel, im Auto zu sitzen und nicht nass zu werden“, sagt Ulrich. Doch als langjähriger Fahrradpendler sagt er: „So viel regnet es in Aachen gar nicht.“

Planung ist für die Familie wichtiger geworden: Freizeitaktivitäten oder Besuche bei den Großeltern müssen organisiert werden. Wechselkleidung liegt bei Ulrich auf der Arbeit bereit. Sogar einen Umzug haben die beiden mit Lastenrad und Schwerlastpalette hinter sich gebracht.

Das Paar genießt die Freiheit ohne die lästige Parkplatzsuche nach Feierabend. Außerdem sparen sie nun Geld. Auch für den Urlaub nutzen sie das Fahrrad, die Bahn oder leihen sich Carsharing-Fahrzeuge.

Für Ulrich und Anna bedeutet der Verzicht aufs Auto nicht nur Ersparnis, sondern echte Freiheit. Sie freuen sich, dass immer mehr Familien in Aachen das Lastenrad für sich entdecken.

Ulrich und Anna